Vertrockneter, rissiger Acker

Die Landwirtschaft in der Klimakrise

Warum beteiligen sich Landwirte an der Klimademo am 13.9.2026 in Hamm?

von Ulf Allhoff-Cramer (Bauer und Waldbauer) und Hilde Schiller (Laakenhof)

Die Klimakatastrophe bringt Bauernfamilien immer öfter in Not. Bauernhöfe verlieren durch die Erderhitzung jede Sicherheit. Missernten, Futternotstand, abgestorbene Nadel und Laubwälder, der Wassermangel sind zunehmend existentielle Bedrohungen.

Der Hitzesommer 2026 hat immense Schäden verursacht und über 10.000 Menschen das Leben gekostet. Es war der fünfte extreme Dürre und Hitzesommer seit 2018. Früher ereignete sich ein Dürresommer alle 10 bis 15 Jahre.

Was wir erleben ist nicht ein „neues Normal“ sondern ein Zwischenschritt auf dem Weg in eine Zeit mit noch mehr Dürre und Hitzerekorden. Anpassung wird immer schwieriger und ist irgendwann unmöglich.

Die Klimakatastrophe ist extrem ungerecht, einige Regionen in NRW haben Gewitterregen bekommen,  andere sind einfach nur vertrocknet. Es ist kaum erträglich, dass der völlig ungenügende Klimaschutz in den Industrieländern die Ernten und die Heimat der Bauernfamilien im globalen Süden zerstört.

Im Angesicht der Ereignisse ist der fossile Rollback von Wirtschaftsministerin Katharina Reiche ein Angriff auf unsere Höfe und unsere Zukunft. Frau Reiche macht keine Politik für zukünftige Generationen, für unsere Kinder, für unsere Landwirtschaft, wo ein Großteil des erneuerbaren Stroms erzeugt wird. Sie will teure Gaskraftwerke, betrieben mit US Frackinggas, bauen, anstatt unsere heimischen Biogasanlagen zu ertüchtigen, damit sie die Stromlücken schliessen können.

Erneuerbare Energien haben in der Energiekrise 2026 das Stromnetz stabilisiert und die Versorgung sicherer gemacht, sowie Milliarden an Energieimporten gespart. Die Energiewende muss erfolgreich weitergeführt werden, fossile Gaskraftwerke sind ein unverantwortlich teurer und schädlicher Weg.

Was nun notwendig ist:

  1. Einhalten der beschlossenen Klimaziele bzw. Nachschärfung der Ambitionen angesichts der Klimakatastophe
  2. Zurücknahme aller Einschränkungen für die Energiewende, bis 100 % Selbstversorgung in Deutschland regenerativ erreicht sind.
  3. Zurücknahme aller beschlossenen und geplanten Aufweichungen im Klimaschutz (Flugsteuer, Sektorziele, Zertifikate, Klimaneutralität)

Beitragsbild: Quelle: Versonnen, pixelio.de

Uli Mandel

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