Am Samstag, den 30. Mai 2026, wird Hamm zum Zentrum des Widerstands gegen die fossile Energiepolitik der Bundesregierung. Neben den bundesweiten Organisatoren wie Greenpeace, BUND, Campact und Fridays for Future mobilisiert auch ein regionales Bündnis zur Großdemonstration „Zukunft statt Gas! Energiewende verteidigen“. Im Fokus: die geplanten Gaskraftwerke im östlichen Ruhrgebiet – darunter direkt in oder bei Hamm – die die Klimakatastrophe weiter anheizen und die Region für Jahrzehnte an fossile Energien binden würde.
Lokaler Widerstand mit Signalwirkung
„Hamm hat es schon zweimal geschafft, aus Risikotechnologien auszusteigen: 1989 stoppten wir den THTR-Reaktor, 2017 die Gasbohrungen“, so Jürgen Blümer vom Klimabündnis im Kreis Warendorf. „Jetzt gehen wir wieder auf die Straße, um unsere Zukunft zu verteidigen, indem wir die Reiche-Pläne stoppen“. Die Demonstration richtet sich gegen die Pläne von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), die trotz Klimakrise und Energiepreiskrise auf neue Gaskraftwerke setzt, statt die Energiewende zu beschleunigen. Unterstützt wird die Demo u. a. vom kfd-Diözesanverband Münster, den NaturFreunden Bergkamen, der Bürgerinitiative Umweltschutz Hamm, DGS-NRW und dem Solarcamp-for-future.
Weltrekordversuch für die Energiewende
Höhepunkt der Demonstration wird der Versuch, das größte menschliche Windrad der Welt zu bilden – ein Symbol für die geforderte Energiewende. Die Demonstrant:innen fordern von der Politik:
Anpassung der gesetzlichen Rahmenbedingungen, so dass sich die Energiewende voll entfalten kann.
Stopp aller neuen Gaskraftwerke, statt mit unwirtschaftlichen Kraftwerkskapazitäten das Geld zum Fenster rauszuwerfen.
Beschleunigter Ausbau von Wind- und Solarenergie, statt Subventionen für fossile Konzerne.
Soziale Wärmewende, die Mieter:innen und einkommensschwache Haushalte schützt.
Anreise und Organisation:
Hamm ist aus der gesamten Region gut mit der Bahn erreichbar. Ab Hamm Hbf fahren kostenlose Shuttle-Busse zur Demonstration. Organisierte Busanreisen aus weiter entfernten Städten werden auf zukunftstattgas.de koordiniert.
Hintergrund:
Die Region hat bereits Erfahrung mit erfolgreichem Widerstand: 1989 führte der Protest gegen den Atom-Reaktor THTR-300 in Hamm-Uentrop zu dessen Abschaltung, 2017 stoppten Bürgerinitiativen die Gasbohrungen der HammGas GmbH. Jetzt geht es darum, Hamm und das Umland erneut vor einer fossilen Zukunft zu bewahren.