Pressemitteilung vom 12.07.2026
„Schulen und Kitas als lebensrettende Kälteinseln: Sofortiger Einbau von Klimaanlagen und PV-Anlagen in städtischen Gebäuden.“ So lautet die aktuelle Petition des Klimabündnis Hamm an den Ausschuss für Anregungen und Beschwerden des Rates. Hierfür hat das Bündnis innerhalb von drei Tagen 67 Unterschriften gesammelt. Verwendet wurde hierfür ein Text, der schon in den Gemeinden Beckum, Beelen, Drensteinfurt, Ennigerloh, Oelde, Senden, Sendenhorst und Warendorf vorliegt und sich nun weiter verbreitet.
Der Rat der Stadt Hamm wird darin aufgefordert, mit folgenden Maßnahmen für einen besseren Schutz der Kinder vor tödlichen Hitzewellen zu sorgen: Alle Schulen und Kindertagesstätten (Kitas) sollen als Kälteinseln ausgebaut werden, indem Klimaanlagen oder gleichwertige Kühlsysteme eingebaut werden. Diese Kälteinseln sollen im Katastrophenfall geöffnet bleiben, um die Bevölkerung vor den tödlichen Auswirkungen von Hitzewellen zu schützen. Um den zusätzlichen Strombedarf der Kühlsysteme klimaneutral zu decken, sollen zeitnah PV-Anlagen auf allen geeigneten städtischen Gebäuden installiert werden.
Mit dieser Anregung nach §24 der Gemeindeordnung Nordrhein-Westfalen sollen Kinder – insbesondere aus prekären Verhältnissen – vor den tödlichen Folgen der Klimakatastrophe geschützt werden. Nach Aussage der Petitenten müssen Schulen und Kitas als sichere Orte dienen, da viele Haushalte keine Kühlmöglichkeiten haben.
In der Begründung verweisen die Petitenten auf die wissenschaftlich belegte Herausforderung für Kinder, die besonders gefährdet sind: „Ihr Körper kann Hitze schlechter regulieren. Ab 26°C in Klassenzimmern sinkt ihre Konzentrationsfähigkeit um bis zu 10 % – ab 30°C wird es lebensgefährlich.“
Außerdem wird auf das Bildungsrecht der Kinder hingewiesen. Demnach hat jedes Kind ein Recht auf eine gesunde Lernumgebung. „Hitze in Klassenzimmern und der Ausfall von Unterrichtsstunden verstoßen gegen dieses Recht. Dieses gefährdet Leben.“, so eine der Aussagen in der Petition.
Das Klimabündnis sammelt zur Unterstützung des laufenden Verfahrens weiterhin Unterschriften. Interessenten, gern auch Vertretungen aus der Lehrer- oder Schülerschaft, sowie von Kindertagesstätten, können sich an die Mailadresse petition@klimabuendnis-hamm.de wenden.
Als Diskussionsplattform wird dieses Portal angeboten:
climateconnect.earth/…
Dateien zur Petition
„Sofortiger Einbau von Klimaanlagen und PV-Anlagen für Schulen und Kitas“
- Das Anschreiben der Petition Schulen und Kitas
- Unterschriftsliste zur Petition Schulen und Kitas
- Die Vorlage für NRW und nach Änderung auch für andere Bundesländer
Hier wurde die gleiche Petition eingereicht:
- Beckum
- Beelen
- Drensteinfurt
- Ennigerloh
- Hamm
- Münster
- Oelde
- Senden
- Sendenhorst
- Warendorf
Pressespiegel
- Wie das Land auf die Klimakrise reagiert (WDR, 24.07.2026)
„Kühlere Schulhöfe, sanierte Gebäude: NRW schnürt ein Paket für Klimaschutz und Klimaanpassung. Vieles darin ist nicht neu….“
Eure Forderung nach Abkühlung für alte und kranke Menschen finde ich wichtig und kann sie unterstützen.
Aber bei den Kindergarten- und Schulkindern sollte man, glaube ich, genau anders vorgehen: Das ist ja die Generation, die ihr Leben lang mit diesem veränderten Klima leben und die Hitze im Sommer ertragen lernen muss. Da sehe ich als Pädagogin eher die Notwendigkeit, dass die Kinder in diesem Lernen nachhaltig unterstützt werden, anstatt dass man ihnen mit hohem Stromverbrauch die Realität verändert, die nun mal auf sie zukommt.
Meine Ideen dazu sind: Begrünung der Gebäude, Schaffung von Schatten durch Anbau von Bäumen auf Schulhöfen und überall, langfristig Überlegungen zur Anpassung der Lernzeiten (Siesta mittags), Erlernen von angemessen schützenden Kleidungsgewohnheiten und … Gewöhnung! Dass das möglich ist, habe ich vor 40 Jahren erlebt, weil ich im heißen Kroatien gelebt habe, wo alle Menschen selbstverständlich mit der Hitze umgingen.
Herzlichen Gruß von Ulrike